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Sommer 2026

Peru

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15

13.7.2026

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Pipicacasee

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Am Vormittag holt uns Willy, ein Bewohner der Uros Flaoting Islands des Pipicacasees (so nennen ihn zumindest die Minimenschen), am kleinen Hafen am Rande Punos ab. Das Auto steht über Nacht sicher in einer Garage eines zuckersüßen älteren Ehepaars, die nebenan einen Kiosk betreiben. Willy ist auf den Uros Inseln geboren - nur dann ist man berechtigt, später selbst eine schwimmende Insel zu bauen und darauf zu leben. Der Titicacasee, eigentlich Titicalasee - Titi bedeutet Puma, Cala steht für Stein (erst die Spanier gaben ihm den Namen Titicacasee - also Pumascheiße. Was da wohl besser ist?!), liegt auf 3900m und wird die höchste Übernachtung der gesamten Reise sein. Willy steuert das kleine Boot samt 4-jähriger Tochter Zoe durch enge Wasserstraßen inmitten meterhohen Schilfgrases, das in diesem Bereich am kompletten Ufer und auch in Teilen auf dem See wächst. Es nennt sich Totore und bildet die Grundlage für die schwimmenden Inseln. Dazu später mehr...Die Ankunft an Willys Gästehaus ist mehr als überraschend. Ein wunderschönes kleines Haus auf Stelzen begrüßt uns, mit einer riesigen Glaskuppel, von der man einen fantastischen Blick auf den wunderschönen See hat (und nachts einen Sternenhimmel, der seines Gleichen sucht!). Mit eigener Sonnenterrasse vor dem Häuschen, einem mehr als geräumigen Schlaf- und Wohnzimmer sowie einem Badezimmer. Mit Badewanne. Jawohl. Eso si. Laut Willy waren er und seine 3 Brüder vor 5 Jahren die ersten, die diese besonderen Stelzenhäuser auf den schwimmeneen Inseln errichtet haben. They called us crazy sagt er. Dieser See ist der höchst gelegene befahrbare See der Welt. Die Bewohner dieser Inseln waren nach Überfällen der Inkas vom Festland auf den See geflüchtet und lebten fast 200 Jahre nur auf Schilfbooten mit kleinsten Hütten darauf. Das besondere Schilf findet sich nur sehr weit entfernt im See, für das eine Tagestour mit dem Boot nötig ist. Für die Basis der Insel bedarf es die 2m dicke Wurzelstockschicht des Totores, damit die Insel ein Haus tragen kann. Auf diese Basisschicht wird zusätzlich nochmals eine 1,5m dicke Schicht loses Schilfgras aufgebracht. Einmal im Jahr müssen die traditionellen Häuser komplett umgesetzt werden, um die Schilfschicht darunter zu erneuern. Bei den Stelzenhäusern genügt dieser Vorgang alle 5 Jahre. Einmal pro Monat wird das Schilf auf den Laufwegen aufgefüllt. Unser Gastgeber Willy ist auf den Floating Islands geboren und lebt hier mit Frau und zwei Kindern. Die müssen hier mit 4 Jahren schwimmen lernen (im eiskalten See) und ständig beaufsichtigt werden, weil die Gefahr zu groß ist, dass sie von den Stegen ins Wasser fallen. Ins Wasser gefallen sind wir glücklicherweise nicht bei der nachmittäglichen Bootsfahrt mit einem der traditionellen Schilfboote. Weit hat man es ja auch nicht...auf der Nachbarinsel besuchen wir Willys Mutter, die noch in einem der traditionellen Häuser wohnt und fleißig die farbenfrohen peruanischen Wandteppiche, Kissenhüllen und andere schöne Dinge herstellt. Hingestellt wurde abends dann von Willys Frau ein überaus leckeres Mahl mit ordentlich Reis, Kartoffeln und einer Art Tomatenomelette. Mit so viel Power im Bauch kann die Nacht nur gut werden! Buenas noches!
 

 

16

14.7.2026

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Du kommst nicht vorbei

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Ein Wärmestrahler, vier Alpakawolldecken und drei Wärmflaschen haben alles gegeben. Es wird frisch nachts auf dem Titicacasee. So frisch, dass die Scheiben des gläsernen Stelzenhauses am Morgen gefroren sind und der Atem sich im Zimmer in sichtbaren Dunst verwandelt. Das könnte möglicherweise auch daran liegen, dass die Glasscheiben so dünn sind wie Strudelteig und unter der Tür ein ca.6cm Spalt klirrend kalte Luft hereinlässt. Genauso wie die übrigen Wände. Aber Glück hat, wer über all diese wärmebringenden Quellen verfügt! Willy und seine Familie leben in einer kleinen Wellblechhütte ganz ohne Heizung zwischen den Unterkünften und dem Speiseraum. Den gibt es auch. Denn die Übernachtung versteht sich natürlich all inklusive. Wie sonst sollte man so weit auf dem Wasser zu Futter kommen. Und ordentlich gefuttert hat man dann beim Frühstück - Kalorien zuführen, die man in der Kälte der letzen Nacht verloren hat. Schweres Los. Sehr schweres Los. Willys Frau fährt auch hier wieder auf - frisches Obst, Käse, GUTEBUTTER, Brötchen, Rührei (natürlich) und Pancakes mit Ahornsirup. Und dann kann Madame nicht anders. Die Tränchen kullern. Beschämung par excellence. Da tischen die Gastgeber auf, um eine möglichst gute Bewertung auf dem Buchungsportal zu ergattern (der Wettbewerb unter den Unterkunft-Betreibern ist riesig hier auf dem See, weil es eine gute und nahezu einzige Einnahmequelle für die Uros ist!) und haben selbst kaum das Nötigste. Da muss man schlucken angesichts der eigenen Wohlstandsprobleme. Einmal mehr wird so deutlich, wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, um sich des eigenen Glücks noch bewusster zu werden. Als man später von Puno aus zur längsten Einzelfahrt nach Cusipata aufbricht, ist Madame gedanklich immer noch bei dem äußerst harten Leben, das die Uros führen. Und als man die nächste Stadt Juliaca passiert, kommt Madame angesichts der Slums in den Vororten der Stadt nur eines in den Sinn - Lebensqualität versus Überlebensqualität. In manchen Momenten ist das für sie nur schwer zu ertragen. Wunderbar zu ertragen ist hingegen die vorbeiziehende Landschaft an diesem Tag, die sich auf der Fahrt stark verändert - von einer einzigen weiten Ebene zu sich auftürmenden Bergen in den außergewöhnlichsten Formationen. Ein wenig fühlt man sich an den Herrn der Ringe erinnert bevor die Gefährten ins Hochgebirge kommen. Die Felsen schichten sich in vielen verschiedenen Ebenen nacheinander auf, scheinen ineinander verschachtelt zu sein. Farblich präsentieren sich die Berge von Grün, Braun bis Blau in der Ferne. In der Ferne sollte zu diesem Zeitpunkt auch eine vermaledeite Straßensperrung liegen. Spontan für 2 Stunden wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Hauptstraße. Aha! Gandalf würde nur mit erhobenem Stab zurufen "Du kommst nicht vorbei!". Och menno. Nachdem der nachfolgende Fahrer (augenscheinlich ein unter Zeitdruck stehender peruanischer Geschäftsmann) wie ein Blitz in sein Auto zurückspringt und wendet, gibt er zu verstehen, dass es wohl doch eine Art alternative Straße gebe und wir ihm folgen sollen. Er gibt Gas. So viel Gas, dass der rallyeerprobte Monsieur kaum hinterherkommt. Madame hat zu diesem Zeitpunkt nur den Mietwagen und die fällige Kaution von 1500€ bei Achsbruch im Kopf. Hätte hätte Mettbulette sie mal zu diesem Zeitpunkt geahnt, welche Holperpiste ihr gleich bevorsteht. Dann wäre aber hastdusienichtgesehen die Transformation zur Schamanin erfolgt und sogleich ein spiritueller Tanz zum Auffüllen der Schlaglöcher durchgeführt. Denn hier hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera - entweder Drölfzillionen Meter Schlaglochtiefe rechts oder Zehnzillionen auf der linken Seite. Wie man es dreht und wendet, an den Kratern kommt selbst Monsieur nicht vorbei. Also Augen zu und durch. Und nach 6 Stunden Fahrzeit ist die Mannschaft endlich in Cusipata im Amaru Treehouse angekommen. Gracias a dios!

 

17

15.7.2026

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Regenbogenberge

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Regina Regenbogen (Wer kennt sie nicht?!) hätte am heutigen Tag eindeutig eine dicke Regenbogenparty geschmissen. Wir feiern einfach mit. Und das standesgemäß in der perfekten Lokalität. Dazu führt uns die 1-stündige Fahrt zunächst durch wunderbar duftende Eukalyptuswälder (wie schon in den letzten Tagen), vorbei an kleinen Dörfchen mit wunderbar bunten Bemalungen immer weiter auf einem Bergsträßchen gen Himmel. Denn die Rainbow Mountains befinden sich auf sage und schreibe 5036m. Aber wer eine Regenbogenparty schmeißen will, muss sich ein bisschen anstrengen. Und das nicht zu wenig. Madame verzichtet heute ganz mutig auf tierische Hilfe und lässt nur die Minimenschen auf Pferden Richtung Gipfel traben. 330 Höhenmeter auf 3km. Das wird doch wohl zu schaffen sein. Ordentlich geschafft ist Madame schon zu Beginn der Strecke. Keine sonderlich starken Steigungen, aber in der Höhe pfeift sie trotz Olek und Bolek aka Wanderstöcke auf dem letzten Loch. Ganz im Gegensatz zu der kleinen Peruanerin, ca.140cm groß und Schuhgröße 23. Sie tippelt wie in Tschaikowskys Nussknacker in chinesischen Minischrittchen in einem irren Tempo den Berg hoch. Und das bis zu 7mal täglich! Spätestens als ein espagnol-english-francais sprechendes Pärchen hinter Madame wie an einem Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen in der kleinen Patisserie um die Ecke ausgelassen schwatzt, fragt sich Madame ernsthaft, welchen Nutzen ihr Ich-muss-fitter-werden-ab-Mitte-40-erst-recht-Sportprogramm hat, das sie 3 mal wöchentlich seit 7 Monaten durchzieht. Aber - überholt haben sie sie nicht. Ha! Die letzten 20 min. müssen die Minimenschen dann auch per Pedes zum Gipfel zurücklegen. Es sei denn man greift ein weiteres Mal in die Tasche und lässt sich von einem Motorradfahrer den allerletzten Anstieg nach oben fahren. Was es nicht alles gibt! Aber in der Tat sind einige der Touristen so weiß wie Fetakäse - jaja, die dünne Luft hier oben bekommt nicht allen gut. Immerhin kann man sich dann auf dem Gipfel stärken - mit Kaffee, Tee, heißer Schokolade, Popcorn, Chips und kräftig-deftigem Essen. Das soll vielleicht die Wartezeit in der Foto-Schlange verkürzen. Wir haben Glück und dürfen nach wenigen Minuten ein paar Schnappschüsse vor diesem unfassbaren Rainbow Mountain machen (der Berg heißt eigentlich Vinicunca!). Die Farben sind naturalmente nicht so bunt wie auf manchen grauenhaft bearbeiteten Fotos, die man im Netz findet, aber wir sind überrascht wie leuchtend die Farben sich an diesem Tag dann doch zeigen. Vielleicht einfach Glück mit dem Licht und dem Wetter. Ganz ganz oben auf dem letzten Gipfelzipfel herrscht dann ein ganz anderes Wetterchen. Eisiger Wind, der durch die Daunenjäckchen pfeift und vor allem Minimadame zittern lässt wie Espenlaub. Nach dem obligatorischen Gipfelbild geht es deshalb in Windeseile wieder hinab und der Weg gibt den Blick frei auf das atemberaubende wunderschönste Tal (#norwegenmoment). Die Täler hier sind viel weiter und die Berge wirken daher nicht so bedrohlich wie beispielsweise in den Alpen, obwohl alle Gipfel hier zwischen 4000m und 5000m sind. Was für ein Tag in einer atemberaubenden Natur! Das wissen anscheinend auch die lieben Nachbarn aus BaWü - denn direkt am Gipfelkreuz klebt der berühmte gelbe Sticker..."Nett hier, aber...". Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. 

 

18

16.7.2026

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Krankentransport

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Madame ist bekanntlich tierlieb. Sehr. Aber was die Straßenhunde hier nachts veranstalten, grenzt an Körperverletzung. Ab 1h30 steigt die Hundesause - die Straßenköter-Gang gibt alles. Für ca. 2,5 h. Und Madames Ohren sind taub. Immerhin ist jetzt Schlaf möglich. Allerdings nur so lange bis Minimonsieur wimmert. Ab 5h Besuch der Toilette für viele Male. Brechdurchfall-Premiere auf dieser Reise. Dabei müssen wir doch heute wieder für insgesamt 4h ins Auto. Arrrrghhh...Abfahrt spontan eine Stunde später, damit Minimonsieur noch etwas schlafen kann. Mit eingeworfener Vomacur (#graciasandiepharmaindustrie) meistert Minimonsieur die Fahrt von Cusipata nach Cusco mit Bravour. Mit Bravour kann dann auch endlich das Mietauto zurückgegeben werden - dass die Kaution in Höhe von 1500€ nicht fällig wird, grenzt angesichts des peruanischen Verkehrschaos' und der Schlaglochanzahl an ein Wunder. Madame fällt ein Stein vom Herzen als die freundliche Hertz-Dame ihren Segen gibt und den Weg frei macht für Mery. Die Taxifahrerin, die uns in knapp 2h von Cusco ins Sacred Valley kutschiert. Dort lebt im Urubamba-Tal im kleinen Örtchen Huaran Madames Hermana mit Familie. Die kam gerade vor 2 Tagen aus New York zurück und nun gibt es endlich das große Wiedersehen. Halleluja!

 

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17.7.2026

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Der Tag in Fakten

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• 4 Erwachsene
• 4 Kinder
• 1 Hund (11 Wochen)
• 1 Katze (genaues Alter unbekannt)
• 5 Hühner
• 3 Eier (1mal weiß, 2mal braun)
• 1 Haushälterin
• 1 wunderschönstes Haus inmitten der Berge
• Drölfzillioenen allerliebste Willkommensgrüße
• 1 Ofen. Keine Heizung.
• Ein Bachlauf durchs Grundstück 
• 1 Kessel voller Soupa de quinoa
• Hundekot auf dem Teppich. 2 Mal.
• Hundepippi auf dem Küchenboden. 1mal.
• 1 Filmabend (Kikis delivery service)
• 2 Portionen Popcorn (salzig und süß mit Himbeerpulver)
• 4 Kinder in einem Bett
• 8 Menschen glücklich 

 

20

18.7.2026

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Titel

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Toilettenpapier ist schon eine feine Sache. Wenn man denn welches hat. Das feine Papierchen hier in Peru umgibt ein seltenes Geheimnis - es unterliegt der sogenannten voluminösen Materialumkehr! Eigentlich ganz einfach erklärt - das sehr voluminöse Papier entpuppt sich innerhalb kürzester Zeit als absolute Luftnummer und verdünnisiert sich schneller als man abrollen kann. Aus viel wird nichts. In Nullkommanichts. Materialumkehr halt. Manchmal erlebt man das gleiche Phänomen mit Essen - da hat man tonnenweise Snacks eingepackt und die Minimenschen futtern einer Heuschreckenplage gleich innerhalb weniger Sekunden alles leer und streiten sich lauthals um die letzten Krümel. Wie praktisch sind schreiende Kinder, wenn man im ganz zauberhaften Kolibiri Sanctuary Center die zarten, wundeschönen Vögelchen beobachten will? Ja. Immerhin verläuft am Vormittag die Pflege zweier Katzen, eines Hundes und eines Pfetdes namens Whiskey reibungslos. Beim kurzen Zwischenstop Zuhause wird Monsieur verabschiedet - er hat Großes vor. Und Madame würde sich am liebsten an seine behaarten, muskulösen, endlos langen Beine (Seine. Seine!) ketten, damit er nicht zu dieser Tour aufbricht! Wenn alles gut geht, wird er in 3 Tagen gesund und munter wieder vor ihr stehen. Gott steh' ihr bei. Oder auch nicht. (Ausgetretene Vereinsmitglieder haben bestimmt keinen Beistand mehr verdient...pfff.). Vielleicht ist Monsieur auch ganz froh als er von seinem Guide Renzo abgeholt wird, denn die Nachbarn spielen seit 12h ohrenbetäubend laute Live-Musik. Anscheinend ist eine Hochzeit im Gange...2 Damen und 4 Kinder feiern den Abend nach überstandener Kolibiri-Heuschreckenfutter-Krise in Pisac mit farbenfrohem Festivalumzug und Pizzen, die so groß sind wie die Spitzenschlüpfer einer Elefantendame. Frühstück für den nächsten Morgen gesichert. Hoffentlich ohne voluminöse Materialumkehr. 
 

 

21

19.7.2026

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Hypeman

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Wie übernächtigt kann man eigentlich sein?! Es ist exakt 6h39 am Morgen als die Live-Band der gestrigen Hochzeit zusammenpackt. Diese vermaledeiten Musiker haben seit gestern Mittag sage und schreibe 18 Stunden durchgespielt (die 4 toten Schweine gestern im Hof der Nachbarn hätten stutzig machen müssen). Jawohl. Ohne Pause. Und das mit nur einem einzigen Musikstil - Hypeman. Nie gehört. La Hermana klärt auf. Grässlichste Musik überhaupt. In der vergangenen Nacht verwandelte sich Madame gedanklich in MMG (Madame MacGyver) und plante fieberhaft, wie sie diesem Grauen ein Ende setzen konnte...mit Büroklammer, Alufolie und einer Gewürzgurke würde sie die Stromverbindung kappen. Ein kleiner Molotovcocktail wäre auch keine schlechte Idee. Oder mirnichtsdirnichts einen Norovirus über den Zaun jagen, damit alle Bandmitglieder auf der Toilette und nicht auf der Bühne zu finden sind. Und überhaupt - wie um Himmels Willen kann man 18 Stunden ohne Toilettengang auskommen???? Zumal auf der Bühne 48 1l Flaschen Bier stehen (mit dem Fernglas bestätigt!). Da gibt es eigentlich nur eine Erklärung - Windeln. Klingt komisch, ist aber so. Vielleicht. Um 5h45 ruft Hermana übrigens bei der Polizei an...irgendeine Handynummer, die Google ausgespuckt hat. Tränen gelacht hat Madame dann beim Anblick des Avatars eines debil lächelnden Comic-Polizisten, der auf Hermanas Mobiltelefon aufleuchtet. Sachen gibt's, das glaubt einem doch keiner. Genauso wie die Aussge des Polizisten, dass es gut möglich sei, dass die Musik 3 Tage andauere. Hochzeiten in dieser Länge seien keine Seltenheit. Das.darf.doch.nicht.wahr.sein. Madame schnappt sich gleich das äußerst kitschige Mikrofon der Mininichte (lustiges Wort, nicht wahr?), stellt sich an die Grundstücksmauer und singt sowas von falsch "All by myself" von Celine Dion und zwar mindestens zehnzillionen Stunden. Hasta la Vista, Baby!
 

 

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