
Sanna, Peter, Oskar & Ida
Heidweiler
Sommer 2026
Peru
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27.7.2026
Oh wie schön ist Peru
Grumpy cat is in the house. Und zwar richtig mies gelaunt. Mieser geht's gar nicht. Weckergebimmel um 4h20. Am Morgen. Jawohl. Eigentlich wollte man am Vorabend frühzeitig mit allen ins Bett, uneigentlich haben sich die 4 Minimenschen derart gefetzt, dass Madame Angst hatte, die Polizei stünde jeden Moment wegen Ruhestörung auf der Matte. Aber die ist ja korrupt. Madame vergaß. Die Nacht war dementsprechend so kurz wie ein abgebranntes Streichholz. Um exakt 5h20 wird die noch halb schlafende Mannschaft (inklusive einer Grumpy-Madame) von einem Kleinbus der Manu Explorer Company eingesammelt. 20 min. zuvor werfen noch alle Vomacur gegen Reiseübelkeit ein. Außer Madame. Die ist so grumpy, die braucht keine medikamentöse Unterstützung! Die bräuchte sie nur bei der Wärmezufuhr. Morgens um 6h ist es ar...kalt in Cusco. Und ständig wird die Tür des Busses geöffnet und geschlossen. An einigen Stellen werden noch Dinge in den Kofferraum verfrachtet für die kommenden 7 Tage. Vorbei an Polleria, Toasteria, Picanteria und Cevicheria führen die Wegeria alsbald directamente in den Regenwald. Heute ist man schlappe 12 Stunden unterwegs. Unterwegs auf Straßen, die diesen Namen nicht verdienen. Denn eigentlich sind es unbefestigte Schotterpisten, die immer direkt am Abgrund entlangführen. An vielen Stellen sind die Wege unterspült oder durch Erdrutsche ausgebrochen, aber die steilen Abhänge fallen ja nur ca.zehnzillionen Meter kerzengerade in die Tiefe. Zum Glück ist Gudrun nicht mehr dabei, spätestens im Sector critica hätte sie einen Nervenzusammenbruch erlitten und nach dieser Fahrt unverzüglich eine Traumatherapie begonnen! Dafür sitzt Madame passend zur Grumpy Cat immer an der Abhangseite...so ca.15cm vom Abgrund entfernt. Heute ist ihr das sowas von egal - grumpy cat holt alles aus ihr heraus. So JamesBond-IndianerJones-CaptainSparrow-mäßig. Von 3400m geht es sträßchenweise nach unten und hier begegnet uns das nächste Umkehrphänomen. Kaum hat man die Ebene des Flusses erreicht, ragen hinter der nächsten Kurve erneut steilste Abhänge auf, die wieder hunderte Meter zur Schlucht hin abfallen. Das ist so ähnlich wie beim Scheinriesen in "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" - je näher der Riese kommt, desto kleiner wird er. Klingt komisch. Ist aber so. Keineswegs komisch ist die Einordnung der Wälder. Ab 2300m spricht man vom Nebelwald, alles darunter erhält die Bezeichnung Regenwald. So erklärt es zumindest Johans, unser Guide. Der sitzt zusammen mit Elvis (stammt nicht aus Memphis), unserem wirklich hervorragenden Fahrer, unangeschnallt in der ersten Reihe. Da fühlen sich zwei anscheinend sehr sicher. Umso besser. Umso besser, wenn man in diesem Gebiet einen Ersatzreifen dabei hat. Pfffff nach 7 Stunden. Ohhh und Ahhh deutlich früher. Denn die Flora hier ist nicht weniger als beeindruckend! Orchideen, Bromelien, Helikonien (Paradiesvogelblumen), Regenschirmbäume unglaublichen Ausmaßes, mannshohe Farne (vielleicht auch frauhoch), Passionsblumen und ein Bambusmeer soweit das Auge reicht. Auch die Fauna hat bereits jetzt schon Einiges zu bieten - peruanischer Felsenhahn in knalligem Rot (Nationalvogel Perus), braune Kapuzineraffen, unzählige farbenprächtige Schmetterlinge, Oropendula, Quetzal und die wunderschönen, majestätischen roten Aras. "Es riecht nach Dschungel und Bananen" meint Minimadame. Das können wohl nur der kleine Tiger und der kleine Bär so richtig verstehen. Oh wie schön ist Peru! Außer die vermaledeiten Scheißerchen namens Mosquitos. Die umschwirren die menschlichen Wirte wie die eingefleischten Teeniefans Taylor Swift im exklusiven Come Together. Exklusive ist die Bamboo Lodge nicht unbedingt - 1 Stuhl, 2 Betten. Aber mit Mosquitonetzen. Hasta la Vista, ihr Scheißerchen!










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28.7.2026
Elefantöses Desaster
Heute dürfen wir ausschlafen! Bis 5h45. Hört hört! Nach dem Frühstück um 6h30 machen sich ein deutscher Lehrer, zwei Minimenschen, eine deutsche Logopädin, ein spanischer Polizist, eine deutsche Ärztin, ein niederländischer Diplomat, eine kolumbianische Sängerin (nicht Shakira!) und eine deutsche Erzieherin (#Unterhaltungsprogrammlustigesrästelraten - ein Beruf und Nationaltät sind frei erfunden) auf den Weg weiter Richtung Atalaya, wo man von Bus auf Boot umsteigt. Vorher aber noch einen kleinen Abstecher zum Mirador pico de hoz, wo man unzählige Kolibiris und andere außergewöhnliche Vögel beobachten kann. Die Flora grüßt an diesem Morgen mit stacheligen Papayabäumen, Bananenstauden, riesigen Monsteras und immensen Fächerpalmen. Am Hafen in Atalaya stoßen weitere Gesellen zur Gruppe - Anis (Koch) René (Schiffsführer) und Giovanni (Mädchen für alles) und...Gummistiefel. Die werden vom Touranbieter gestellt. Monsieur hat sich Wochen vor der Tour mehrfach versichert, dass seine Schuhgröße vorhanden ist (in Peru liegt die gängigste Herrenschuhgröße in etwa bei 35¾...). Am Ende darf er sich mit 45 begnügen und zwängt sich damit wie Aschenputtels Stiefschwestern in 2 Größen zu kleine Gummitreter. Besonders hübsch anzusehen sind sie nicht. Aber hier gilt - Funktion schlägt Form. Sind sie doch die hoffentlich treuen Begleiter für die kommenden 7 Tage. Bereits im Laufe dieses Tages wird Madame merken, wie schön luftige Schuhe bei diesen feucht-heißen Temperaturen wären. Sprich - die Stiefel stinken. Bestialisch. Stinkstiefel halt. Claro. Da steckt ja auch der Müffelmief von Elfzillionen anderer Touristen drin. Und überhaupt - dieses Klima verlangt einem einiges ab. Würde die gesamte Truppe nicht auch schwitzen als kämen sie geradewegs aus einer finnischen Sauna, Madame würde glauben, die plötzlichen Hitzewallungen kämen directamente von der Menopause. Gracias a dios! Allerdings hat sie seit heute ganz andere Probleme. Ihre Knöchel haben elefantöse Ausmaße! Ein ödematöses Desaster! Nur die Oberweite ist mal wieder nicht betroffen. Hmmmpf...Es gibt nur zwei Erklärungen - entweder das Klima (kein Klimakterium!) oder die drölfzig Mosquito-Scheißerchen-Stiche, die alles haben anschwellen lassen. Beides wird hoffentlich nur von kurzer Dauer sein. Von längerer Dauer ist aber der heutige Seetag (wie man es so schön in der Kreuzfahrtschiff-Sprache sagt...) - Stunden über Stunden schippert René die 9-köpfige Truppe über den Alto Madre de Dios. Zentimergenau muss er dabei das Boot durch den teilweise 300m breiten Fluss navigieren, der zur Trockenzeit viel weniger Wasser führt. Dadurch ist die Gefahr des Aufsetzens enorm groß. Immer wieder reduziert René die Geschwindigkeit oder schaltet den Motor ganz aus, um sich streckenweise mit der Strömung treiben zu lassen, damit das Boot nicht mitten auf dem breiten Strom stecken bleibt. Mal sehen, wie das auf dem Rückweg stromaufwärts funktioniert. Funktionieren tut in der Hummingbird Lodge eines nicht - der Strom. Elektrizität wird ja eh jeher überbewertet. Dafür gibt's ne Kerze und Streichhölzer. Lange muss die eh nicht brennen...Nachtwanderung ist angesagt. Mit ersten Spinnen, Insekten und anderem Getier vor den Stirnlampen. Zurück in der Lodge wird die Kerze erst gar nicht mehr entzündet...Madame könnte im Stehen einschlafen. Dank Elefantenstumpen würde sie nicht einmal umfallen. Wie praktisch.





























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29.7.2026
Am Ende der Welt
Good morning, good morning, good morning to you, good morning all together and how are you? Not good. Überhaupt not good. Denn dieser beömmelte Wecker bimmelt schon wieder um 4h45! Und diese Geräusche! Hinter jedem Ast, jedem Blatt, jedem Baumstamm zirpt und grillt, gluckst und blubbt, schreit und kreischt, tropft und schlopft, tirilliert und vibriert es. Tagsüber wunderschönst und spannend, nachts hält es Madame vom Schlafen ab. Da nutzen auch die Ohropax aus Wachs nichts, die sich in den Ohren wie Marzipan anfühlen und lediglich den Tinitus verstärken. Hei ei ei....Aber es hilft ja nichts - raus aus den Federn und rauf aufs Boot! Heute verlässt man den Alto Madre de Dios und fährt Richtung Norden in den Manu River, das eigentliche Ziel dieser Tour. Kurz nach dem Start steigt bereits die Sonne am Horizont auf und taucht den Fluss gemeinsam mit dem noch vorhandenen Mondschein in ein unwirkliches Licht. Die von Feuchtigkeit geschwängerte Luft lässt den Morgennebel in kleinen weißen Wölkchen über der Wasseroberfläche wabern. Die Mannschaft wabert nicht, sondern nimmt das Desayuno ein. Im Boot. Wie sehr häufig in den nächsten Tagen (wir haben doch keine Zeit!). Heute wird kredenzt - ein Stück Käse in der Größe einer Erbse, ein hartgekochtes Ei (bereits geschält. Bei voller Fahrt wahrscheinlich auch nicht zu empfehlen, die Schale zu puhlen!), ein Stück Süßkartoffelkuchen. Ein Stück süßes Pseudobrot plus Marmelade und Margarine (die aber nicht bis zu den vordersten Plätzen durchgedrungen ist). Nicht zu vergessen das Kaffeekonzentrat, der warme Bohnensaft und Milchpulver der Marke Gloria. Gloria heißt im Ministerio del Ambiente niemand. Das Ministerio ist keineswegs ein Institut, das sich um Inneneinrichtung und Wohlfühlatmosphäre kümmert, sondern ein Check-Point, der den Eingang in die eigentliche Reservatszone markiert. Dort müssen sich alle Besucher mit Passnummer, Alter, Telefonnummer, Wohnsitz und Dauer des Aufenthalts eintragen. Diesem Ministerio muss auch jede Tiersichtung gemeldet werden. Und da gibt es heute sowas von zu berichten! Weiße Brillenkaimane, Wasserschildkröten, unzählige farbenfrohe Vögel (so wie es Madame noch nie gesehen hat) uuuuund...tatatataaaaaa! Tatsächlich einen Jaguar! Einfach unglaublich. Saß einfach so am Flussufer und fraß Gras. In aller Seelenruhe. So konnten wir dieses wunderschöne, anmutige Tier mehrere Minuten beobachten bevor es langsam trottelnd im hohen Schilfgras verschwand. Wenn man bedenkt, dass das Revier eines Jaguars 200km² beträgt, ist die Chance doch sehr gering, ihm zu begegnen. Eine weitere Begegnung kurze Zeit später lässt uns alle nachdenklich zurück. Hinter der nächsten Flussbiegung erscheinen an einem der sandigen Ufer eine 3-köpfige Famlilie. Es sind no contact people des indigenen Volksstamms der Mashco-Piro. Die Erwachsenen rufen uns etwas in ihrer Sprache zu, Guide Johans erklärt, dass sie Geschenke für ihren kleinen Sohn haben möchten. Nach kurzem Innehalten setzen wir unsere Fahrt fort. In aller Stille und eigenen Gedanken. Es bleibt äußerst befremdlich für uns und wird uns noch einige Zeit begleiten. Im Manu Nationalpark leben verschiedenen indigene Volksstämme, bei einigen besteht nach wie vor absolutes Kontaktverbot. Da die Stämme immer wieder zwischen den beiden Flussseiten wechseln (meist sind es wandernde Völker), ist es immens wichtig, dass auch diese Sichtungen unverzüglich gemeldet werden. Denn nur dann können sich Touristen und Ranger auf der jeweils anderen Flusseite aufhalten. In unserem Fall dürfen wir nur rechts des Flusses anlegen. Denn die Völker verteidigen ihre Gebiete mitunter sehr aggressiv. Seit vor einigen Jahren ein Ranger mit Pfeilen getötet wurde, wird ganz besonders darauf geachtet, dass niemand in das Revier der Völker eindringt. Probleme gibt es aber auch an anderer Stelle - die kleine Familie der Mashco-Piro haben gezielt Kontakt gesucht, was aber eben nicht ihren Grundregeln entspricht. Johans berichtet davon, dass sie ihre Kleidung oft stehlen (was bereits ein Gesundheitsrisiko darstellt, da diese Völker kaum über ein funktionierendes Immunsystem verfügen!), dann mehr haben wollen von Dingen der Außenwelt und oftmals in einen Strudel von Drogen und Alkohol geraten. Ein Volk, das nicht zu den No contact people gehört, ist der Matsiguenka-Stamm (sprich Matschigenka). Am letzten für Touristen zugänglichen Ort verwalten sie die Casa Matsiguenka. Jedes Jahr wechselt die Betreiber-Familie. Denn die Matsiguenka bestehen aus vielen kleineren Familien von meist weniger als 15 Personen. Insgesamt leben in diesem Nationalpark 1000 Matsiguenkas, in ganz Peru 11000. Sie verstehen sich hervorragend im Jagen (vor allem Affen), der Medizin (großes Wissen über Heilpflanzen, ihre Wirkung und das Herstellen von Salben und Tinkturen) sowie das Herstellen von Baumwollfäden und deren Weiterverarbeitung zu gewebten Stoffen. In der Casa Matsiguenka werden wir schüchtern empfangen und die Zimmer verteilt. Auch in dieser Casa eine einfache, aber saubere Ausstattung. Gemeinschaftsbäder ebenso. Bis auf den ein oder anderen tierischen Mitbewohner. Nach Einbruch der Dunkelheit (so gegen 17h) geht's erneut zur Nachtwanderung mit Stirnlampen - Wolfsspinne, Bananenspinne, Tarantel, Baumfrösche, Würgefeige, endlose Lianen und Lupuna, die sacred Trees, empfangen uns in einer leicht gruseligen Atmosphäre. Diese Bäume sind heilig und werden sehr respektvoll behandelt, da man ihnen nachsagt, sie können die eigene Seele stehlen. Mit einer unfassbaren Größe von bis zu 70m überragen sie alle anderen Pflanzen und Bäume im Regenwald. Von einer Schönheit, die kaum zu überbieten ist, wachen sie wie die riesigen Ents aus dem Herr der Ringe über ihren Wald. Quel bonito!















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30.7.2026
MosquitoMüffelMief
4h45. Und täglich grüßt das Murmeltier. Bill Murray und seine Andi Macdowell können Madame gestohlen bleiben. Mensch. Wir.Sind.Im.Urlaub. Und eigentlich möchte man sich bei dem in den letzten Tagen gebildeten Müffelmief überhaupt nicht mehr in die Müffelklamotten werfen. Aber es hilft ja nichts. Frauen sagt man ja bekanntermaßen nach, sie würden stets zu viel ins Köfferchen packen. Wäre wäre Würstchenfähre sie doch mit dem Klischeestrom mitgeschwommen und hätte hätte Mettbulette sie den Dry Bag proppevoll gefüllt. Nun muss sie mit einer Hose und zwei Shirts auskommen. Hmmpfff...und kaum hat man den Müffelmief übergezogen, ist man innerhalb kürzester wieder am Schwitzen. Da weiß man, wie sich ein Hühnchen im Bratschlauch fühlt. Garen im eigenen Saft. Und die Krux an der Geschichte ist - zieht man kurze Kleidung an, wird man zum Festmahl der Mosquitos (und die Stiche jucken wirklich schlimm), behält man die langen an, wird man eben zur Sauna. So wie an diesem Morgen auf dem Salvador-See. Die Sonne brezelt wie ein Honigkuchenpferd vom Himmel und lässt die Mannschaft erneut tropfen. Getropft haben auch die Riesenotter, allerdings vom kühlen Nass. Die stattlichen Tiere (werden bis zu 1,20m groß) sind entgegen ihres putzigen Aussehens wahre Räuber und bringen Anacondas, Kaimane und sogar Jaguare zur Strecke, in dem sie stets in Gruppen von 5-6 Tieren jagen. Sie verteidigen ihr Revier äußerst aggressiv, daher lebt an diesem See eine einzige Otterfamilie mit derzeit 11 Exemplaren. Ein Exemplar ganz anderer Art ist unser junger spanischer Schutzmann Sergio (eigentlich Carlos, aber Monsieur und Namen...). Der klebt nicht nur am Guide wie ein Gutzel an der Backe (bei Wanderungen wird man stets überholt. Immer rechts.), sondern auch am Essen. Nimmt sich stets als Erster ohne Rücksicht auf möglicherweise nur eingeschränkt essende Minimenschen (Mahlzeiten sind relativ streng rationiert). Reicht keine Teller weiter, lässt sein Geschirr stehen, schmiert sich esslöffelweise die Marmelade auf das eh schon viel zu süße Brot und bereits gestern hat er den gesamten Vorrat an Milchpulver vertilgt. Vertilgen könnte ihn Madame. Wie die Kekse, die Sergio aka spanischer Schutzmann alias Carlos laut raschelnd bei der heutigen Papageien-Beobachtung auspackt und fröhlich vor sich hinmampft. Dabei weiß doch jeder, dass die leuchtend bunten Aras sehr scheu sind und bei jedem noch so kleinsten Geräusch das Weite suchen. Das Weite gesucht haben nach ordentlicher Rubbelei in der kalten Dusche auch die dunkelblauen Rückstände auf dem Körper. Wohl Hinterlassenschaften des in Cuscos spontan gekauften zweiten Langarmshirts (sonst hätte Madame nur ein einziges gehabt...). Das hat wohl vor dem Verkauf bei Topitip in einem ordentlichen Chemiebad geplantscht. Mia madre!













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31.7.2026
Piranha-Planschen
4h45. Ihr wisst schon...
Glücklicherweise kann es nie viel früher losgehen, weil es dann noch so dunkel ist, dass der Bootsführer nichts sieht...Halleluja!
5h45 Rush Our auf dem Manu River. Gleich 4 Boote sind unterwegs zu ihren Tagestouren. Wir halten heute an einem weiteren See, der uns hoffentlich eine bisher nicht entdeckte Tierart präsentieren wird. Giovanni, unser Mädchen für alles (warum eigentlich kein Junge für alles!?), hat rohes Fleisch dabei und präpariert gekonnt einige Angelhaken. Ins Netz gehen sollen - Piranahs. Und zwar weiße, gelbe und rote. Das klappt auch ganz hervorragend...bis Minimonsieur beim Auswerfen der Angelschnur über selbige stolpert und mit ihr directamente in den See fällt. Ei caramba! Die Piranhas haben wohl keinen Appetit und lassen ihn unversehrt. Der erste Schock ist schnell verdaut. Wer kann schon von sich behaupten, mit Piranhas geplanscht zu haben! Nach 6 weiteren Bootsstunden sehen alle Teilnehmer ebenfalls aus als hätten sie geplanscht. Die Müffelmiefkleidung ist mittlerweile so penetrant, dass sie mit den Kunstlederbezügen der Sitze verklebt ist (hält besser als Konrads Spezialkleber!) und auch der Fahrtwind kann gegen die Stinkerei nichts mehr ausrichten. Der Fahrtwind hat auch nichts damit zu tun, dass zum jetzigen Zeitpunkt folgende Dinge vermisst werden - eine Zahnbürste, ein Airpodcase (glücklicherweise ohne Airpods) sowie eine Sonnenbrille der Minimenschen. Ja, bei all dem Equipment (2 Tagesrucksäcke, 4 Paar Stinkstiefel, 4 Dry Bags samt Inhalt, 1 Kameratasche, 4 Stirnlampen, 4 Ferngläser, 4 Jacken, 4 Halstücher, 4 Sonnenhüte) und dem vielen Herumgefahre und Gelaufe kann schon mal etwas verloren gehen. Verloren geht hoffentlich nie diese unglaubliche Biodiversität! Heute dürfen wir nochmals ganz wunderbar verschiedene Affen, schwarze Kaimane und einen wunderschönen Tukan bewundern. Bewundern tut Madame auch immer wieder die Aerodynamik des schon etwas in die Jahre gekommenen Bootes - es gleitet durch den Fluss wie ein heißes Messer durch GUTEBUTTER. Ahhhh, die GUTEBUTTER. Darauf freut sich Madame wie eine Schneekönigin. Wobei Schnee an dieser Stelle auch nicht schlecht wäre. Let it snow let it snow let it snow!

















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1.8.2026
Reistag
Geneigte Leserschaft, lassen Sie uns über die kulinarischen Rahmenbedingungen dieser Tour sprechen. Anis, der Koch, gibt sich wirklich große Mühe, vielfältige Speisen zu kredenzen. Das gelingt mitunter nur semigut. Ein Lebensmittel sagt ihm dabei anscheinend ganz besonders gut zu - Reis. Reis mit Bohnen, Reis mit Süßkartoffel, Reis mit Erbsen, Reis mit Yuka, Reis mit Karotten, Reis mit Kichererbsen, Reis mit Ei, Reis mit Maniok, Reis mit Linsen, Reis mit Kochbanane, Reis mit Kürbis, Reis mit Kartoffel, Reis mit Reis mit Reis mit Reis. In der Papaya Lodge gibt es wieder Reis. Aber keine Papaya. Dafür eine gar nicht mal so saubere und übel riechende Nasszelle (da hilft auch die frisch duftende Apfelseife aus dem verschmutzten Pumpspender herzlich wenig) sowie Betten in Zwergengröße. Wie bitteschön soll Monsieur darin schlafen? Im Stehen? Oder zusammengeschnürt wie ein Paket? Ob er nach der Nacht noch laufen kann? Fraglich. Ab 22h gibt es ein ganz anderes Problem. Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre. Und regnet. Aber kein europäischer Schauer! Der Amazonas-Himmel öffnet all seine Pforten und lässt das Nass mit einem ohrenbetäubenden Donnern unbarmherzig auf das Wellblechdach der Hütten krachen. Mit ihren Marzipan-Ohren denkt Madame in der ersten Sekunde noch, der Lodge-Betreiber hätte ein spezielles Belüftungssystem eingeschaltet, um die lästigen Mosquitos loszuwerden. Minuten später ist ihr Bett nass. Also nass nass. Wetterseite mit voller Breitseite. Die Hütten hier im Regenwald haben riesige Fenster (und überall große Ritzen), die nur mit Mosquitonetzen verkleidet sind. Ich bin kein Star, holt mich trotzdem hier raus. Vergeblich. Nach weiteren 15min ist klar, dass Madame das Bett wechseln muss...nun stapeln sich eben 2 Menschen in das Zwergenbett. Gott sei Dank! Denn Monsieur wäre an diesem Abend eigentlich zusammen mit Guide Johans noch zu einer Tapir-Beobachtungshütte (Mit Dach. Ohne Seitenwände.) aufgebrochen (1 Stunde Fußmarsch) und hätte dort die Nacht verbracht. Nachdem Monsieur aber als einziger Teilnehmer übrig blieb, erteilt man dem nächtlichen Abenteuer eine Absage. Dafür gab's fast gratis ein anderes am Nachmittag. In einem privaten geführten Recue-Center gibt es vor allem zur Freude der Minimenschen eine ganz zuckersüße Tapirdame, die sich massieren und die Streicheleinheiten intensiv zu genießen weiß. Nicht weniger spannend sind die Schildkröten, der südamerikanische Nasenbär, die Fische, die unglaublich farbenprächtigen Aras und Ananaspflanzen mit Früchten. Zuvor hat man aber auf den letzten Bootskilometern tatsächlich noch ein Kapibara vor die Linse bekommen. Wie die Schiffsmannschaft es immer wieder schafft, zwischen dem angeschwemmten Treibholz und der dicht bewachsenen Uferböschung Tiere auszumachen grenzt an ein kleines Wunder. Muss sie doch hochkonzetriert das Boot durch den Fluss lenken, der an sehr vielen Stellen so wenig Wasser führt, dass entweder Gondoliere Giovanni (der Name passt schon mal) wie in Venedig mit langem Holzstab (wie nennt man den eigentlich eigentlich?) nachhilft oder sogar die gesamte Mannschaft aussteigen und ein Stück zu Fuß an Land zurücklegen muss, damit das Boot leichter wird. Leicht war dann auch das Abendessen. Zucchini. Mit Reis. Wayne überrascht's?! Vor 12 Jahren haben Monsieur und Madame gehochzeitet. Reis wurde damals nicht geworfen. Naja, den haben wir ja jetzt! Happy 12. Reistag, mein Held!

















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2.8.2026
Ein letztes Mal
Ein letztes Mal die miefig-muffeligen Regenwald-Klamottten über die Haut ziehen (dass die noch keine Ausschläge bekommen hat, grenzt an ein Wunder. Ein großes.) und rein in die Badelatschen. Adidas und Birkenstock. Ca.15 Jahre alt. Hmmm...Denn alle 4 Paar Wanderschuhe (darunter zwei nigelnagelneue Modelle für die Minimenschen) liegen unter den Sitzen auf dem Boot als der Himmel in der Papaya Lodge Weltuntergang spielt und sind jetzt so nass wie ein begossener Pudel im Miramar. Und um DEN Gestank zu entfernen, benötigt es zusätzlich mindestens zwölfzig Zaubersprüche von Harry Potter, Dumbledore und Professor Macgonagall zusammen. Ohne Gewähr. Ohne Gewähr ist heute auch die Unfallfreiheit auf bereits erwähnter Wir-könnten-jede-Sekunde-in-die-Tiefe-stürzen-Buckelpiste. Denn Elvis the Pelvis (die geneigte Leserschaft erinnert...) macht seinem berühmten Namensvetter heute alle Ehre - die engen Kurven werden so rasant hinter sich gelassen wie die Hüftschwünge des Sängers. Und tatsächlich landet man 4 Stunden später wieder vor dem Airbnb, das man eine Woche zuvor verlassen hat, um dort die restlichen Koffer einzusammeln. Zunächst einmal muss der gesamte Inhalt der Drybags wieder im Gepäck verstaut werden. Drollig wie die Vier da auf der Straße stehen, mit einem Haufen einzigen Miefs vor sich und darauf warten bis Keny mit dem Schlüssel für die Kofferaufbewahrung anrückt, damit umgepackt werden kann. Mitangepackt hätte Madame am liebsten am Aeropuerto beim Check-In! Eine geschlagene Stunde benötigt der freundliche Faultier-Flughafen-Fachangestellte, um exakt 5 Familien einzuchecken. Jetsmart (so der Name der Fluggesellschaft) verspricht irgendwie etwas anderes. Kurz vor dem Start der proppevollen Maschine sind sehr seltsame Geräusche aus dem Innern des Fliegers zu hören. Als ob noch irgendetwas auf die Schnelle repariert werden müsse. Ach herrje! Madame ist seit Bekanntwerden des Flugzeugabsturzes in Nasca vor einem Tag mit 13 Toten eh ein Nervenbündel, nun muss sie die Angst mit sich alleine ausmachen, denn Monsieur sitzt lamentablemente ganze 12 Reihen hinter hier. Madame ist das Glück hold und der 1-stündige Flug mit der Billiglinie Jetsmart in die weltweit zweitgrößte Wüstenstadt gelingt. Die Geräusche des Großstadtdschungels klingen laut, unangenehm und bedrohlich in den Ohren. Die des Regenwalds hinterlassen da ein ganz anderes, wohliges Gefühl. Aber wer Angst vor Spinnen, Insekten und anderem Getier hat, kann sich die Buchung sparen. Wer panisch wird, wenn ein Kleinbus für viele Stunden Milimeter an steilen Abhängen entlangfährt, darf Zuhause bleiben. Wer allergisch gegen Mosquitostiche ist, wer Ekel empfindet, sich in verschmutzen, kalten Nasszellen aufzuhalten, wer keinen Bammel vor Magen-Darm-Infekten hat, wer nicht gerne schwitzt wie in der Sauna oder vor 5h aufsteht, sollte lieber nach einem 4-Sterne-Hotel am Strand Ausschau halten. Wer aber das Abenteuer liebt, über den Tellerrand auf eine unvergleichliche Artenvielfalt schauen will, seine Komfortzone verlassen möchte und etwas ganz Außergewöhnliches mit dem WOW-Effekt erleben will - der ist hier GENAU richtig! Es sei denn, er mag keinen Reis!




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3.8.2026
Hotel
Wer kennt es nicht? Das MB-Spiel Hotel aus den 90ern. Wollte Madame immer. Hatte aber nur eine Freundin. Und die war irgendwann zu Recht genervt, weil Madame bei jedem Besuch ausschließlich dieses Spiel aus dem Schrank zog. Und heute spielen wir wieder Hotel. Aber live. In Farbe. Und bunt. Denn vielmehr als zu sein und auf dem Hotelbett zu liegen stehen heute nicht auf dem Programm. Geschlafen wird bis 9h (#bienvenidojetlag), Minimadame reizt es aus bis 9h47. Bleiben exakt 13 Minuten fürs Frühstück. Arrrggghhh....während Minimadame Monsier zum eiskalten Pool schleift, bewachen die anderen beiden die weichen, soften, großen Betten (ganz ohne Mosquitonetze). Minimonsieur hat wieder Magen. Trotzdem setzen sich alle am Nachmittag per Pedes in Bewegung, um im nahe gelegenen Outlet möglicherweise, vielleicht, eventuell ein paar neue Sneaker für die nassen Stinketreter von Monsieur zu ergattern (Madame hatte immerhin noch ein Ersatzpaar im Cusco-Koffer liegen). Haha! Die durchschnittliche Schuhgröße der peruanischen Herren liegt ja bei 35¾, da wird mit Größe 47/48 wohl nichts zu finden sein. Man darf ja wohl noch hoffen dürfen! Gehofft hat man ein weiteres Mal auf ein schnelleres Check-In. Und siehe da - die Damen und Herren der Delta-Airline arbeiten glücklicherweise zügiger als ein Faultier und um 0h20 Ortsteit sitzt man erneut im Flieger auf dem Weg ins Trottel-Trump-Land (so die Minimenschen...). Buenas noches!

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4.8.2026
The lucky ones
Flug überstanden. Ebenso die kilometerlangen Schlangen an Zoll und Sicherheitskontrolle. Check-In ins Tageshotel in Atlanta um exakt 9h48 Ortszeit. Insgesamt 10 Stunden Aufenthalt bis zum Anschlussflug nach Frankfurt. Diese Rückreise zieht sich wie Kauguuuuummi...den gibt's zum Glück nicht zum Breakfast! Das liefern die Breakfast Boys bis zur Zimmertür. Süße Waffeln mit frittiertem Hähnchen klingen sehr verlockend, geordert werden dann aber doch Pancakes und Oatmeal mit frischen fruits. In der Not frisst der Teufel Zucker. Viel Zucker. We are the lucky ones by the way. Gleich zwei Mal nach der Landung am größten Flughafen der Welt (nach Passagierzahlen). Zunächst bleibt der Rucksack des Minimonsieurs unbemerkt im Airplane liegen. Der freundliche Bill (Girl für alles) schafft schnell Abhilfe und sorgt für ein strahlendes Mini-Gesicht. Kurze Zeit später ist es nur Minimadame zu verdanken, dass man mit allen Gepäckstücken in Frankfurt landen wird, denn sie entdeckt einen eigentlich weitergeleiteten Koffer auf dem Bagagge claim. Puh. Der Flug DL 14 startet smooth um 18h30 Ortszeit und bringt in der Economy Plus-Klasse nicht nur mehr Beinfreiheit, sondern wirklich gutes Essen und schöne neigbare Sitze. Bringt leider nicht viel. Madame schläft gerade einmal 1,5 Stunden. Ein amerikanisches Pärchen scheint Insomia spielen zu wollen und unerhält sich lauthals die komplette Nacht vor einem bis zum Anschlag erhellten Laptop. Immerhin spielen sie keine Hypeman-Mucke. Yeah!

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5.8.2026
Was bleibt
Flugzeug-Marathon
Lima-Luft
Cruz del Sul
Seelöwen, Pinguine, Pelikane
Wüsten-Nationalpark
Slums
Jugos frescas de naranja, maracuja i fresa
Oasen mitten in der Wüste
Sandboarden
Nasca-Linien aus der Vogelperspektive
Weiße Städte
Vomacur
Tiefe Schluchten
Maultierhelfer
Azucar Azucar Azucar
Thermalquellen
Farben Farben Farben
Flamingos, Alpakas, Lamas, Vikunjas
Keine Verkehrsregeln
Willys Titicalasee
Glaupax
Regenbogenberge
Große Armut
La sagrada Familia
Happy Birthday
Kolibris
Keine Mango und Avocados mehr aus deutschen Supermärkten
Nevado Verónica
Meerschweinchen-Meer
Huevos Revueltos
Machu Picchu
Gummibärchenkotze
Mitternachtserwachen
Die gefährlichste Straße der Welt
Bananendschungelduft
Jaguar, Kaiman, Priranha
Tapir, Ara, Tarantel
Affen, Vögel, Schmetterlinge
Der ganze Urlaub ist ein Zoo
Drölfzillionen Mosquitos
Reis Reis Baby!
Regenwaldriesen
Aus der Mitte entspringt ein Fluss
Indigene Völker
Stinkstiefelmief
TKKG Junior Hörspiele (alle 456.781 Fälle sind gelöst)
Abenteuer Abenteuer Abenteuer
226m - 5036m
2 unglaubliche Minimenschen
Muchas gracias por todo, Peru!
